Nicole Hein - Freie Journalistin und Autorin

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informiert - Das Magazin der BKK für Heilberufe (Winter 2005), Textauszug:

Stimmige Stimmen stimmen fröhlich

BKK für Heilberufe Winter 2005 Doppelseite 16/17 "Mehr als die Schönheit selbst bezaubert die liebliche Stimme", wusste schon der Dichter Johann Gottfried von Herder. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Stimme ist das wichtigste Kommunikationsmittel. Sie entscheidet über Sympathie und Antipathie, weckt Vertrauen oder Zweifel und unterliegt sogar der Mode. Doch die Stimme kann auch Probleme machen - oder als Gesang Freude bereiten.

Murmeln, zischen, flüstern, keuchen, stöhnen, stammeln oder schreien - die menschliche Stimme besitzt eine Vielzahl an Variationen. Sie kann leise sein, laut, klar oder rau, warm oder kalt. Außerdem zeigt sie die Stimmungen ihres Besitzers, zieht das Gegenüber in ihren Bann oder stößt ihn ab, weckt Vertrauen oder erzeugt Zweifel. Trotz ihrer Möglichkeiten ist jede einzelne ein Unikat. Sie lässt sich imitieren, aber niemals hundertprozentig nachmachen - genauso wenig wie sie sich von Grund auf verändern lässt. Denn die menschliche Stimme ist ein vielschichtiges Kommunikationsmittel. So erzählt sie beispielsweise über dialektale Färbungen in welchem sozialen und regionalen Umfeld ihr Besitzer aufgewachsen ist. Im Erwachsenenalter sind diese sprachlichen Eigenarten aus Kindheitstagen kaum noch auszumerzen. Allerdings lässt sie sich trainieren. Mit ein wenig Mühe passt sie sich sogar Modeströmungen an. "Im Moment sind bei vielen Musiksendern hohe Stimmen in", berichtet Hiltrud Allhoff, Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin aus Münster. "Dort reden selbst 30-jährige Moderatorinnen in mädchenhaften Tonlagen. Passend zum Girlie-Look." Eine Stimme einem Trend unterzuordnen, entspricht aber nicht der Arbeitsweise der selbstständigen Trainerin: "Mir geht es darum, das zu fördern, was sie von sich aus hergibt." Wohlklingende Stimmen sind für die Münsteranerin demnach ungekünstelte. "Eine gesunde und schöne ist für mich eine vitale Stimme", erzählt Hiltrud Allhoff. "Sie besitzt einen vollen Ton, schwingt, variiert fließend zwischen Höhen und Tiefen sowie zwischen laut und leise. Außerdem klingen alle Töne gleich voll."

Störungen der Stimme

BKK für Heilberufe Winter 2005 Doppelseite 18/19 Doch wie funktioniert eigentlich die menschliche Stimme? Die Werkzeuge dafür sind Lunge, Kehlkopf, Zwerchfell und Lippen. Strömende Luft lässt die Stimmlippen - auch Stimmbänder genannt - vibrieren. Dadurch entsteht ein Geräusch, das durch Rachen und Nasenraum eine individuelle Klangfarbe erhält. Einzelne Buchstaben oder Worte ergeben sich durch die Intensität des Atems, die Größe der Mundöffnung, die Haltung der Zunge und des Kiefers. Die Stimmbänder entscheiden über die Höhe. Sind sie angespannt, werden die Schwingungen schneller und der Ton höher. Auch die Länge spielt eine Rolle: Bei Männern sind sie durchschnittlich 25 Millimeter und bei Frauen rund 18 Millimeter lang. Funktioniert in dem Zusammenspiel von Lunge, Kehlkopf und Lippen ein einzelner Baustein nicht korrekt, kommt es zu Störungen. Die Häufigste ist Heiserkeit. Sie resultiert meistens aus einer Entzündung der Kehlkopfschleimhaut und der Stimmbänder. Weitere Gründe können Stimmbandknötchen sein, akute Reizungen durch Kälte, eingeatmeten Staub oder Rauch, Tumore sowie eine Überbelastung des Sprechapparates. Auch psychische Faktoren wie Unsicherheit, Nervosität oder Angst können bewirken, dass die Stimme wegbleibt. [...]

 

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